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Monat: November 2019

Lasst euch nicht … nennen

Im Zuge meiner Arbeit als Coach habe ich vor einigen Wochen ein Buch zum Thema „Jesus als Coach“ gelesen. In diesem Buch geht es darum zu schauen, ob und was man von Jesus für die tägliche Coaching-Praxis lernen kann. Das Buch ist sehr interessant und bestätigt vieles von dem, was ich in der normalen Coaching-Ausbildung gelernt habe. (Jesus als Coach – Lebensgestaltung nach biblischen Grundsätzen | Autorin: Sophie Soria)

In diesem Buch wurde in einem Kapitel eine bekannte Bibelstelle zitiert, die bei Beachtung im normalen Arbeitsumfeld schon viele Probleme verhindern würde.

Es geht um folgende Bibelstelle:

Ihr aber sollt euch nicht ›Rabbi‹ nennen lassen, denn nur einer ist euer Meister, und ihr alle seid Brüder.
Auch sollt ihr niemand hier auf der Erde ›Vater‹ nennen, denn nur einer ist euer Vater, der Vater im Himmel.
Ihr sollt euch auch nicht ›Lehrer‹ nennen lassen, denn nur einer ist euer Lehrer: Christus. (Matth. 23, 8-10 NGÜ)

Interessant ist, dass dieses Thema in vielen Firmen inzwischen zum Thema geworden ist. Immer mehr wird auf Titel verzichtet, selbst Dr. -Titel werden häufig nicht mehr verwendet. Man hat beobachtet, dass dadurch das Miteinander in Unternehmen weniger konfliktbeladen sein kann, weil mehr auf Augenhöhe miteinander kommuniziert wird.

Bei meinen Gedanken zu diesem Thema geht es mir um die Anrede, um den Titel und nicht um den Dienst, das Amt, das ausgeübt wird.

In vielen Gemeinden erlebe ich im Moment aber gerade das Gegenteil. Immer häufiger werden hier Pastoren mit Pastor Willi, Pastor Arthur etc. angesprochen. Auch in der Gemeinde, in der ich Pastor war, wurde es so praktiziert. Von Beginn an hatte ich damit meine Probleme, denn es geschah genau das, was ich nicht wollte. Zumal Gott immer wieder klar über diesen Text zu mir gesprochen und die Warnung, die in dem Text steht, hervorgehoben hatte.

Was geschieht eigentlich, wenn wir unsere Pastoren, Lehrer, Propheten etc. entsprechend ansprechen? Wem ist damit gedient? Warum wird das gemacht?

Gerne wird hier argumentiert, dass Leiter ja eine besondere Verantwortung haben, dass Personen, die lehren, besonders geehrt werden sollen. Das stimmt alles – aber müssen sie deswegen durch einen Titel hervorgehoben werden? Und was heißt das eigentlich, jemanden zu ehren?

In der Regel erzeugt die Verwendung von Titeln nur eines – nämlich einen Abstand zwischen dem „normalen“ Gläubigen und der Leitung. Der normale Umgang ist in dem Moment schon gestört. Zumindest habe ich das immer so empfunden. Ich wollte nichts Besonderes sein, ich wollte nicht über Menschen stehen – ich wollte Menschen dienen. Aber durch den Titel geschah genau das Umgekehrte. Eine Veränderung im Miteinander vor und nach meiner Einsetzung als Pastor war klar zu spüren und zu beobachten. Der Titel sorgte für Abstand (das ist sicherlich auch von manchen Leiter/innen so gewollt). Aber es entspricht ganz klar nicht den Worten von Jesus.

Stellt sich die Frage, warum Jesus diese Warnung so klar ausgesprochen hat. Jesus beantwortet auch diese Frage:

  • Keiner ist größer als der Andere – ihr seid alle Brüder und Schwester
  • Ihr habt nur einen (geistlichen) Vater – und das ist unser Vater im Himmel
  • Ihr habt nur einen Lehrer – und das ist Jesus

Es ist sofort zu erkennen, dass wir uns nicht auf Menschen ausrichten und nach ihnen richten sollen, sondern nach dem, was der Vater und Jesus uns sagen. Wir können und sollen uns untereinander als Brüder und Schwester helfen, unterstützen, ermutigen, ermahnen.

Am deutlichsten wird dieses Problem, wenn ein Mensch als „Heiligen Vater“ angesprochen werden soll, wie es in der römisch-katholischen Kirche bei dem Papst geschieht. Wie kann es sein, dass so ein klares Wort von Jesus so uminterpretiert wird? Beim Papst geht es sogar noch weiter – er sieht sich selbst als Stellvertreter Gottes auf Erden – welch eine Anmaßung!

Durch Jesu stellvertretenden Tod und Auferstehung und unseren Glauben an Jesus können wir direkt zum Vater kommen und ihn Abba – also nicht nur Vater, sondern liebender, liebevoller Papa – nennen.

Jetzt fällt uns das natürlich sehr leicht, uns über den Papst aufzuregen. Aber sind wir denn besser, wenn wir unsere Leiter mit Pastor, Lehrer etc. ansprechen lassen? Nein, denn Jesus erließ dieses Gebot, damit wir nicht in die Falle des Angesehenseins tappen. Er wollte und will uns davor bewahren, dass wir denken, dass andere Personen besser oder mehr wert seien oder dass man sich als Pastor besser fühlt. Und besser sein, heißt hier auch, fehlerloser sein, wie der normale wiedergeborene Christ. Wie viele Pastoren sind genau an dieser Stelle zerbrochen und predigen sich jeden Sonntag ihre Heilsgewissheit neu zu – sie wissen genau, dass sie genauso Fehler begehen, sich falsch verhalten etc. Aber der Pastorentitel verlangt nunmal Perfektion. (Hier stellt sich noch die Frage, ob die Bibel jemals einen Pastor als Leiter der Gemeinde vorgesehen hat – hierzu aber in einem gesonderten Post mehr.)

Jesus will Leiter durch seine Warnung davor bewahren, in die Falle des Stolzes zu tappen und letztlich als Leiter irgendwann ein einsames Leben zu führen. Dieses Gebot ist also, wie bei Jesu Geboten oft, ein Schutz für die Leiter!

Es sei die Frage erlaubt, ob alle die Leiter, die in den letzten Jahren in Probleme gekommen sind und deswegen ihren Dienst nicht mehr ausüben konnten, genauso gescheitert wären, wenn man sie gar nicht erst in die „Stellung“ eines Pastors gehoben hätte, sondern sie als Geschwister wahrgenommen, angenommen und geliebt hätte, die den Dient eines Pastors gemäß dem fünffältigen Dienst ausüben? Ein ehemaliger Leiter in den USA hat das mal sinngemäß so formuliert: Desto weiter er nach oben kam, desto einsamer wurde es für ihn – normale Gespräche auf Augenhöhe waren nicht mehr möglich. Mit wem hätte er sich denn austauschen sollen, aus seiner Sicht gab es keinen. Denn immer bestand die Gefahr, seine Stellung, seine Position aufs Spiel zu setzen. Wie schade – aber hier wird sehr klar, warum Jesus diese Warnung so deutlich ausspricht.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass die meisten Leiter dienende Leiter sein wollen. Warum macht man sich dann mit einem Titel das Leben so schwer?

Lasst uns dazu übergehen, einander wie in einer Familie mit dem Vornamen anzureden, je nach Kultur vielleicht noch mit Bruder und Schwester. Titel haben jedenfalls im Leib Christi nichts zu suchen. Wir leben unter der Königsherrschaft Gottes im Reich Gottes – nur einem gebührt die Ehre und Anbetung!

Botschaft des Reich Gottes

Was predigte Jesus eigentlich?

Matth. 4:17 – Von da an begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!

Matth. 4:23 – Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk.

Matth. 9:35 – Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk.

Matth. 13,44 – Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem verborgenen Schatz im Acker, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.

Lk. 8:1 – Und es geschah danach, daß er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog, wobei er das Evangelium vom Reich Gottes verkündigte; und die Zwölf waren mit ihm,

Der Befund ist klar – das war seine Botschaft! Und auf diese Botschaft, auf diese gute Nachricht, auf dieses Evangelium warteten eigentlich alle. Denn alle glaubten – Petrus eingeschlossen – dass das Reich Gottes, also Davids Reich wieder aufgerichtet wird.

Um dieses Thema geht es in der nachfolgenden Predigt. Wir wünschen Gottes Segen beim Anhören. Das Konzept kann gerne mit dem Kontaktformular angefordert werden. Außerdem steht die Predigt auch als Podcast zur Verfügung.

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Über Arthur

Arthur Hoß
Arthur Hoß
Gründer und Leiter

Arthur Hoß, geboren 1960, seit 1980 glücklich verheiratet, 5 erwachsene Kinder, 4 Enkel, aufgewachsen in einem christlichen Elternhaus und in einer Baptistengemeinde groß geworden.

Kurz einige berufliche Stationen:

Ausbildung zum Bankkaufmann, danach sehr schnell Wechsel in den Vertrieb von Versicherungs- und Finanzdienstleistungsprodukten. Mehr als 35 Jahre Führungs- und Leitungserfahrung in unterschiedlichsten Branchen und Bereichen. Ich bezeichne mich gerne als Generalist, da ich nicht auf einen speziellen Bereich beschränkt bin, sondern durch meine Berufserfahrung viele Bereiche abgedeckt habe.

Wer mehr zu meinen beruflichen Stationen wissen will – hier ein Link zu meinem Profil auf Xing

Außerdem Weiterbildung zum Christlichen Coach (ACI) – eine Coachingausbildung auf individualpsychologischer Basis.

Nun zum “geistlichen” Teil meines Lebens:

Kurz vor der Jahrtausendwende lernten wir Gott, Jesus und den Heiligen Geist auf eine ganz neue Art kennen und erlebten, dass die Geistesgaben auch heute noch aktuell sind.

2004 gingen wir für zwei Jahre als Bibelschüler in das Glaubenszentrum Bad Gandersheim, wo wir für weitere drei Jahre noch als Mitarbeiter blieben. In dieser Zeit lernten wir Gott ganz neu als unseren liebenden Vater kennen, was unser Denken, unseren Glauben und auch unser Handeln weiter veränderte oder anders ausgedrückt ein ganzes Stück weiter brachte. Uns wurde Jüngerschaft immer wichtiger. Was das ganz konkret bedeutet oder was wir damit meinen, kannst du in einem gesonderten Blogpost nachlesen.

Nach unserer Rückkehr in unser Haus in Fronhausen in der Mitte von Hessen, suchten wir lange nach einer neuen geistlichen Heimat. Wir schauten uns viele Gemeinden in den Nachbarstädten an, wurden aber leider nicht fündig.

2014 gingen wir noch einmal in die Gemeinde Haus Gottes e. V. in Gießen und fühlten uns wohl. Hier wurde von der Liebe Gottes gepredigt und die Gnade, die in Jesus sichtbar und für uns verfügbar wurde, war Mittelpunkt des geistlichen Lebens. Wir brachten uns in der Gemeinde ein und wurden im Dezember 2015 als Mitglieder in die Gemeinde aufgenommen.

Ab April 2016 war ich dann als Gemeindereferent nebenberuflich in der Gemeinde angestellt. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeiten lag in der Verwaltung, um den Pastor zu entlasten. Außerdem war ich für den Bereich Technik verantwortlich, predigte im Gottesdienst, lehrte in der Bibelschule der Gemeinde und brachte mich da ein, wo ich gebraucht wurde.

Im September 2017 wurde ich als Pastor in der Gemeinde ordiniert. Neben den genannten Schwerpunkten war ich zuständig für alle evangelistischen Aktivitäten der Gemeinde. Wir führten Aktionen in der Nachbarschaft durch, indem wir z. B. Rosen und Brötchen zum Frühstück verschenkten, gingen zur Schatzsuche auf die Straße und kamen mit vielen Menschen ins Gespräch.

Im Frühjahr 2019 wurde dann immer klarer, dass meine Zeit als Pastor in der Gemeinde zu Ende gehen würde.

Gott sprach sehr deutlich zu mir, dass der Schwerpunkt meiner Verkündigung die Botschaft vom Reich Gottes sein solle. Seit Monaten hatte er immer wieder zu mir gesprochen, was das konkret heißt. Was bedeutet es eigentlich, im Reich Gottes zu leben? Was ist eigentlich die Botschaft vom Reich Gottes? Was macht diese Botschaft eigentlich aus? Wie kommt man ins Reich Gottes u. v. m.

Ganz klar wurde diese neue Berufung durch einen übernatürlichen Hinweis auf Lukas 4,43:

Er aber sprach zu ihnen: Ich muß auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkündigen; denn dazu bin ich gesandt.

Das war eine eindeutige Berufung. Letztlich war das der Startschuss für den Beginn einer neuen Reise, die z. B. in dieser Webseite sichtbar wird.

Wenn du weiter verfolgen willst, wie diese Reise weitergeht und was auf dieser Reise geschieht, abonniere einfach unseren Newsletter. In unregelmäßigen Abständen werden wir immer wieder berichten.

Im Blogteil dieser Webseite werde ich immer wieder Gedanken zum Reich Gottes veröffentlichen, Gedanken zum Nachdenken, Gedanken zum Umdenken. Lass dich einfach mitnehmen auf diese Reise.

Über uns

Arthur und Anne Hoß
Arthur und Anne Hoß
Leitungsehepaar

Kingdom Life ist ein Arbeitsbereich von JGM e. V., dem Dienst, bei dem es um Jüngerschaft, Gemeindegründung und Multiplikation geht. Man könnte auch sagen, dass der Begriff „Kingdom Life“ diese Punkte zusammenfasst. Denn letztlich geht es beim Leben im Reich Gottes um Jüngerschaft, die zur Gemeindegründung führen kann, aber auf jeden Fall in dem Sinne multiplikativ ist, dass ein Jünger Jesu andere Menschen in die Nachfolge Jesu führen will.

Unser Ziel ist es, dass Menschen, die ihr Leben Jesus anvertraut haben und Jesus zum Herrn ihres Lebens gemacht haben, durch Jüngerschaft zu vollmächtigen mündigen Nachfolgern von Jesus werden. Dies bedeutet, dass sie den Auftrag, den Jesus selbst hatte und den Jesus seinen Jüngern aufgetragen hat (Lk. 10), nämlich das Evangelium vom Reich Gottes bzw. das Reich Gottes zu verkündigen, annehmen und umsetzen. Was das konkret bedeutet und wie das aussehen kann – dazu wird es immer wieder Beiträge im Blog und im Podcast geben.

Jünger multiplizieren sich dadurch, dass sie selbst Menschen zu Jesus führen und in der Jüngerschaft begleiten. Das ist die Multiplikation, mit der die Jünger Jesu die damalige Welt auf den Kopf gestellt haben und in vielen Städten Gemeinden gegründet haben.

Gründer und Leiter des Dienstes ist Arthur Hoß, unterstützt von seiner Frau Anne und ggf. weiteren Personen, die sich in den oben genannten Auftrag gerufen wissen. Wir sind immer offen für weitere Personen, die mit uns das Reich Gottes verkündigen wollen.

Weitere Infos über Arthur findest Du hier.